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Neues Schieferdach für das Querhaus

18.7.2014  Das Quer- und Chorhausdach des Essener Domes ist in die Jahre gekommen. Nach den Zerstörungen der Dächer und Gewölbe im Zweiten Weltkrieg wurde es nach einer Notbedachung zu Beginn der 1950er Jahre mit Schiefer eingedeckt. Dieser Schiefer – damals im Zuge der Baustoffbewirtschaftung von der Alliierten Zwangsverwaltung den deutschen Stellen zugeteilt – muss nun erneuert werden. Seit mehreren Wochen steht ein Gerüst am Querhaus und der Fachhandwerksbetrieb Mock aus Schmallenberg arbeitet in schwindelnder Höhe.

Dombaumeister Ralf Meyers, der die Baumaßnahme begleitet, ließ nun Pressevertreter einmal dem Dom aufs Dach steigen und erläuterte die aufwändige Arbeit. Eine solche komplette Neueindeckung in der „Königsdisziplin der Dachdecker“, der altdeutschen Deckung, ist schon etwas Besonderes. Immerhin hat dieser Dachabschnitt ja eine Fläche von 800 Quadratmeter. Jede einzelne Schieferplatte wird von den Handwerkern hoch oben in luftiger Höhe behauen und fachgerecht so übereinandergelegt und mit speziellen Nägeln im hölzernen Unterdach befestigt, dass Regen- und Winddichtigkeit gegeben sind. Das ist eine personalintensive Arbeit und erfordert viel handwerkliches Können.

Das Besondere der Altdeutschen Deckung besteht darin, dass die verwendeten Schieferplatten unterschiedlich hoch und breit sind, erklärte der Architekt. Von der Traufe zum First werden die Schiefer immer kleiner. An der Traufe, dort wo der Wasseranfall am größten ist, kommen die größten Decksteine zum Einsatz. Wesentlich für die altdeutsche Deckung ist die Gebindesteigung, die schräg laufenden Schiefergebinde leiten das Wasser ab. Je steiler ein Dach ist, um so flacher kann die Gebindesteigung sein.

Die fachlichen Informationen waren nicht das einzige, was interessierte. Wer trägt die Kosten für eine solch anspruchsvolle Arbeit? Die erforderlichen 210.000 € trägt, so Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums, in diesem Fall das Bistum selbst. Der Münsterbauverein, der seit über 65 Jahren die Kirche in ihren Bemühungen um Erhalt des Doms, der Anbetungskirche und der Domschatzkammer unterstützt, hat in den vergangen Jahren so viele Maßnahmen bezuschusst, dass er ein wenig Atem schöpfen muss. Noch im vergangenen Jahr bezahlte die „älteste Bürgerinitiative Essens“, wie MBV-Vorsitzender Dr. Hans-Jürgen Brick erläuterte, die Schutzverglasung der Campendonk-Fenster im Westbau des Domes und die neue Schieferdeckung der Sakristei der Anbetungskirche, des letzten Fachwerkbaus der Innenstadt,  und die Restaurierung derselben. Der Verein, der sich aus privaten Spenden und Erlösen aus einer staatlichen Lotterie finanziert, hat auch für die Zukunft noch viel vor, so steht z.B. die Restaurierung der Kreuzigungsgruppe an der Kettwiger Straße an. „Und weitere Sponsoren sind gerne gesehen“, schmunzelte Brick.

Ehe am Domdach alle Schieferplatten, kupferne Dachrinnen und Fallrohre an Ort und Stelle sind, wird es noch etwas dauern, so Meyers. Vor dem Krieg war übrigens der ganze Dom einmal mit Schiefer gedeckt, wie er den überraschten Pressevertretern verriet. Die uns heute so typisch erscheinende Kupferdeckung stammt somit erst aus der Nachkriegszeit. Noch ein Grund mehr, das Dach des Langschiffs und des Westbaus aus dieser ungewohnten Perspektive zu fotografieren. (gedo)